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Heute wird der Ur-Smi­ley 🙂 30 Jahre alt. Er wurde damals von einem frus­tri­erten User einge­führt, um nicht ganz so ernst gemeinte Beiträge in einem Forum ken­ntlich machen zu kön­nen, weil es immer wieder zu Missver­ständ­nis­sen auf­grund fehlen­der Hin­weise auf die Kon­no­ta­tion eines Beitrags kam. Mit­tler­weile haben noch viele weit­ere Smi­leys, auch Emoti­cons genan­nt, Einzug in die Online-Welt gehal­ten. Nahezu für jede Emo­tion gibt es ein entsprechen­des Emoti­con. Die durch Satzze­ichen dargestell­ten Emoti­cons wur­den im Laufe der Zeit von Emo­tions­bekun­dun­gen ergänzt, die in Sternchen geset­zt wer­den, beispiel­sweise *heul* oder *lächel*. In vie­len Bere­ichen des Net­zes sind Emoti­cons heute nicht mehr wegzu­denken. Auch in Blogs find­et man sie immer wieder. Aber gehören Sie dort auch hin? Ist es nicht ein Zeichen man­gel­nder Seriosität, in einem Blog­a­r­tikel Smi­leys zu ver­wen­den?

Smi­leys ste­hen in der Tat nicht sel­ten im Ruf, unser­iös und lächer­lich zu wirken. Neulich schrieb eine Userin in ein­er Diskus­sion im Busi­ness-Net­zw­erk Xing: “Aber ich kann doch auch nicht hin­ter jeden Satz augen­zwinkernde Män­nekens oder ein fre­undlich­es “grins” set­zen. Das ist doch hier kein Tee­nie-Chat.”. Diese For­mulierung trifft den Kern der Vor­be­halte gegen Smi­leys. Smi­leys wer­den für eine Spiel­erei gehal­ten, die allen­falls in “Tee­nie-Chats” gehört, aber nicht in ser­iöse Beiträge und schon gar nicht in Busi­ness-Kom­mu­nika­tion wie auf Xing. Rat­ge­ber für geschäftliche Online-Kom­mu­nika­tion rat­en daher auch meist von der Ver­wen­dung von Smi­leys in geschäftlich­er Online-Kor­re­spon­denz ab.

Ich sehe das anders und würde bei kein­er textbasierten Kom­mu­nika­tion im Netz von Emoti­cons völ­lig abrat­en, auch nicht in Blogs. Denn Emoti­cons kön­nen in jeglich­er textbasiert­er Onlikom­mu­nika­tion eine wichtige Funk­tion erfüllen. Dieser Form der Kom­mu­nika­tion fehlen von Haus aus wichtige Kom­mu­nika­tion­skanäle wie Gestik, Mimik und Beto­nung, wie die Kanalre­duk­tion­s­the­o­rie der com­put­er­ver­mit­tel­ten Kom­mu­nika­tion zu Recht kon­sta­tiert.
Aus diesem Grund ist es nicht immer möglich, die Kon­no­ta­tion ein­er Botschaft in ein­er textbasierten Online-Kom­mu­nika­tion ohne Hil­f­s­mit­tel richtig zu trans­portieren. Natür­lich ist der oft geäußerte Rat, sich so klar wie möglich auszu­drück­en, anstatt Smi­leys einzuset­zen, teil­weise ohne Frage richtig. Selb­stver­ständlich soll­ten Sie sich um klare For­mulierun­gen bemühen. Das heißt aber nicht, dass die Botschaft beim Empfänger auch wirk­lich richtig ankommt, selb­st wenn Sie meinen, sich klar aus­ge­drückt zu haben. Dafür kann es ver­schieden­ste Gründe geben. So kön­nen Missver­ständ­nisse selb­st dann entste­hen, wenn der Sender der Botschaft sich völ­lig klar aus­ge­drückt hat, weil der Empfänger die Sprache des Senders nicht als Mut­ter­sprach­ler beherrscht. Eben­so kön­nen kul­turelle Unter­schiede zwis­chen Sender und Empfänger eine Rolle bei der Inter­pre­ta­tion ein­er Botschaft spie­len. Damit kann auch gemeint sein, dass der Empfänger ein­er Botschaft nicht mit bes­timmten For­mulierun­gen ein­er Sub­kul­tur im Netz ver­traut ist.
Ein Beispiel: Im deutschsprachi­gen Usenet und auch in eini­gen Foren wie dem Heise-Forum hat sich die For­mulierung “Geh ster­ben!” einge­bürg­ert, um jeman­dem deut­lich zu machen, dass man seine Mei­n­ung ablehnt, ihn vielle­icht sog­ar für einen Troll hält und in Ruhe gelassen wer­den will. Wer mit dem Usenet und sein­er Kul­tur ver­traut ist, weiß das als Empfänger ein­er solchen Botschaft und reagiert wahrschein­lich gelassen darauf. Im Usenet brauchen Sie daher kein Emoti­con, um die Kon­no­ta­tion dieser For­mulierung zu trans­portieren. Auf jeman­den, der mit der Sub­kul­tur des Usenet nicht ver­traut ist, wirkt diese For­mulierung aber natür­lich ganz anders, vielle­icht sog­ar bedrohlich. Möcht­en Sie eine solche For­mulierung außer­halb der Sub­kul­tur ver­wen­den, in der sie sich etabliert hat, ist es daher vielle­icht rat­sam, einen Smi­ley einzuset­zen, um dem Empfänger der Botschaft zu sig­nal­isieren, dass das keine Auf­forderung zum Suizid sein soll.

Selb­stver­ständlich ist nicht jede For­mulierung so harsch. Den­noch spricht nichts dage­gen, dass Sie sich in Blog­a­r­tikeln gele­gentlich Emoti­cons bedi­enen, wenn Sie sich nicht sich­er sind, ob die Botschaft ein­er Aus­sage bei den Lesern so ankommt, wie sie gemeint ist. Dabei soll­ten Sie auch berück­sichti­gen, dass die Leser eines Blogs mitunter ganz andere Vor­erfahrun­gen haben kön­nen als Sie selb­st und im Netz möglicher­weise ganz anders sozial­isiert wur­den.

Natür­lich soll­ten Sie es nicht so machen, wie die Userin in der Xing-Diskus­sion es beschrieb, und hin­ter jeden Satz ein Emoti­con set­zen. Das ist zu viel des Guten, stört den Lese­fluss und wirkt in der Tat eher kindisch. Einen mit Smi­leys bis zum Rand gespick­ten Artikel wer­den Ihre Leser kaum ernst nehmen. Aber eine wohldosierte Ver­wen­dung von Emoti­cons kann auch beim Bloggen hil­fre­ich sein, um Kon­no­ta­tio­nen von Aus­sagen bess­er zu trans­portieren. In den Kom­mentaren wer­den Smi­leys ohne­hin häu­fig ver­wen­det.

Wie ste­hen Sie dazu? Ver­wen­den Sie Smi­leys in Ihren Blog­a­r­tikeln?

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Eine Antwort zu “Sind Smileys beim Bloggen angebracht?”

  1. Ich ver­wende immer gern Smi­leys — Texte ohne Smi­leys wirken bei mir immer so ernst und trock­en. 😀 😉

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last modified: 04/14/2013 by WP Care