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Gute Webseiten – was macht sie aus?

Zusammenfassung: In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, was in mein Augen gute Webseiten ausmacht, aber auch deutlich machen, was in meinen Augen keine guten Webseiten sind.

Darüber, welche Kriterien Webseiten erfüllen müssen, um gute Webseiten zu sein, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Aus meiner Erfahrung mit der Erstellung von Webseiten habe ich einige Richtlinien für gute Webseiten entwickelt, an die ich mich bei meiner Arbeit halte.

Zusammengefaßt lassen sich folgende Kriterien für gute Webseiten aufstellen:

  • Gute Webseiten legen nicht nur Wert auf die Optik
  • Gute Webseiten müssen nicht alles aufbieten, was technisch möglich ist
  • Gute Webseiten enthalten keine hochauflösenden Bilder
  • Gute Webseiten enthalten keine Hintergrundmusik
  • Gute Webseiten sind barrierefrei
  • Gute Webseiten sind nicht von einem bestimmten Browser abhängig
  • Gute Webseiten sind nicht von einer bestimmten Bildschirmauflösung abhängig
  • Gute Webseiten sind für Menschen gemacht und bieten dem Besucher viel nützlichen Inhalt
  • Gute Webseiten sind auch für Suchmaschinen optimiert
  • Gute Webseiten sind in validem, W3C-konformem (X)HTML Strict geschrieben
  • Gute Webseiten sind benutzerfreundlich
  • Gute Webseiten stellen die Funktion und den Inhalt in den Vordergrund, nicht die
    Optik
  • Gute Webseiten sind gegen Angriffe abgesichert
  • Gute Webseiten sind schnell zu laden
  • Gute Webseiten enthalten möglichst nur dann clientseitige Skripte und proprietäre Formate
    wie Flash, wenn es zur Umsetzung bestimmter Ziele unbedingt nötig ist
  • Gute Webseiten sind in korrekter Rechtschreibung und Zeichensetzung
    verfaßt
  • Gute Webseiten sind trotz allem auch ästhetisch
  • Gute Webseiten entsprechen höchsten Datenschutzstandards
  • Gute Webseiten sind für mobile Geräte optimiert

Warum diese Kriterien für gute Webseiten besonders wichtig sind, versucht der folgende Artikel zu erläutern.

Wie man gute Webseiten erstellt, und welche Fehler man vermeiden sollte

Ich werde häufig gefragt, was denn nun „gute Webseiten“ ausmacht. Hier gehen die Meinungen sicher weit auseinander. Für manche sind gute Webseiten ausschließlich mit Flash gemacht, denn man muß ja „auf dem neuesten Stand der Technik“ sein. Andere betonen, daß gute Webseiten grafisch perfekt gestaltet sein müssen. Sicherlich kann man das alles so sehen, und die optisch ansprechende Gestaltung ist ohne Frage ein Kriterium für gute Webseiten. Jedoch sind diese Ansätze für sich genommen alle mit erheblichen Nachteilen behaftet, wenn Webseiten ausschließlich mit Flash oder auf Basis von Grafiken gestaltet sind oder bei Webseiten ausschließlich auf die Optik und nicht auf die Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit geachtet wird. Ich habe daher andere Maßstäbe an gute Webseiten. Bevor ich diese darlege, möchte ich jedoch einige Irrtümer über gute Webseiten diskutieren.

Einige Irrtümer über gute Webseiten

Natürlich gibt es vielfältige Ansichten darüber, was gute Webseiten ausmacht. Einige dieser Meinungen beruhen jedoch meiner Meinung nach auf Irrtümern:

  • In vielen Fällen wird ausschließlich Wert auf die Optik von Webseiten gelegt. Gute Webseiten sind für viele Webseiten, „die knallen“, wie ich einmal in einem Auftragsgesuch für Webseitenerstellung las. Aber was nützen dem Anbieter und dem Besucher von Webseiten Webseiten, die „knallen“, wenn die Funktionalität dabei auf der Strecke bleibt? Natürlich sollen gute Webseiten auch gut aussehen, denn das motiviert den Besucher eher, möglichst lange auf einer Webseite zu bleiben. Aber man sollte darüber hinaus die Funktionalität nicht vernachlässigen. Besonders gut läßt sich das anhand von Texten illustrieren. Texte oder Menüs, die ausschließlich in Grafiken oder gar in Flash oder Java abgelegt sind, sehen zwar optisch vielleicht sehr schön aus, weil man Schriftarten verwenden kann, die man sonst nicht zur Verfügung hat. Aber sie haben viele Nachteile. Webseitenbesucher, die Grafiken in Ihrem Browser abschalten, sehbehinderte Menschen mit Screenreadern und Suchmaschinen können diese Texte nicht lesen oder erfassen. Damit erscheinen so gestaltete Webseiten für diese Benutzergruppen und für Suchmaschinen ohne Inhalt.
  • Gute Webseiten sind für viele Webautoren vor allem Webseiten, die alle möglichen technischen Raffinessen ausschöpfen. Flashfilme, JavaScript-Effekte, animated GIFs und andere Elemente finden Sie auf solchen Webseiten zu Hauf. Zugegeben, diese Webseiten sind beeindruckend. Es gehört viel technischer Sachverstand dazu, solche Webseiten zu erstellen. Jedoch mangelt es in diesen Fällen dafür häufig an Sachverstand zur Benutzerfreundlichkeit. Man erwartet derartige Effekte vielmehr von Computerspielen und ähnlichen Medien. Der Nachteil solcher Webseiten liegt darin, daß sie mit langsamen Internet-Verbindungen oder ohne die Installation verschiedener Plugins nicht benutzbar sind. Technisch raffinierte Webseiten sind daher meist nur für eine kleine Benutzergruppe geeignet. Generell sollte man auf die genannten Technologien weitestgehend verzichten, wenn man gute Webseiten vor allem zu geschäftlichen Zwecken erstellen will und die Seiten für alle zugänglich sein sollen, weil man einen möglichst weiten Kundenkreis erreichen will.
  • Ähnliches gilt für hochauflösende Bilder. Manche Webautoren denken, daß ihre Webseiten gute Webseiten werden, weil die Bilder, die sie darin eingebaut haben, von hoher Qualität sind. Meist werden dadurch jedoch User viel mehr verärgert, weil sie entweder zu lange warten müssen, bis die Seite geladen ist, oder bei einem Volumentarif für die Übertragung eines großen Bildes viel zahlen müssen. Erläuternde Grafiken oder Abbildungen sind für gute Webseiten ohne Frage manchmal unabdingbar und können hochwertiger Inhalt sein. In der Regel sollten diese jedoch möglichst klein gehalten werden. In Ausnahmefällen (beispielsweise wenn ein Maler seine Bilder präsentieren möchte), können Bilder auch mal etwas hochauflösender sein. Generell jedoch sind große Bilder für gute Webseiten nicht geeignet.
  • Ebenso ungeeignet für gute Webseiten ist in der Regel Hintergrundmusik. Abgesehen davon, daß dies die Ladezeit erhöht, lenkt sie von den Inhalten der Webseite ab. Lediglich in einigen wenigen Fällen, z.B. wenn auf Webseiten Musik präsentiert werden soll oder bei künstlerischen Projekten, ist Hintergrundmusik auch für gute Webseiten akzeptabel.
  • Immer wieder hört man, auch von Webautoren, das Argument, gute Webseiten müßten nicht barrierefrei sein. Diese Argumentation schließt nicht nur behinderte Netznutzer bewußt aus, sie ist auch kurzsichtig. Denn gerade Menschen mit Behinderungen bedienen sich angesichts von Mobilitäts- und anderen Einschränkungen oftmals des Internet, um einzukaufen, Kontakte zu knüpfen oder Informationen zu suchen. Diese Menschen verlieren Firmen als Kunden, wenn sie ihre Webseiten nicht barrierefrei gestalten.

So weit zu den Irrtümern über gute Webseiten. Was macht aber nun gute Webseiten aus? Ich möchte nachfolgend versuchen, einen Kriterienkatalog für gute Webseiten aufzustellen und auch zu begründen, warum ich diese Kriterien für gute Webseiten für besonders wichtig halte.

19 Kriterien für gute Webseiten

Nachfolgend finden Sie eine Liste von 15 Kriterien für gute Webseiten. Wenn Sie wissen wollen, ob eine Webseite eine gute Webseite ist, können Sie diese Kriterien als Checkliste verwenden.

  • Gute Webseiten müssen mit jedem Browser gut aussehen: Oftmals werden Webseiten für einen bestimmten Browser optimiert, meistens für den Internet Explorer. Dies ist in den meisten Fällen unnötig. Es gibt eigentlich keinen Grund, eine Webseite nur für einen bestimmten Browser zu optimieren. Vielmehr sperrt man sogar Benutzer und somit evtl. potentielle Kunden aus. Gute Webseiten sind daher nicht für einen bestimmten Browser optimiert, sondern werden vom Browser unabhängig gut dargestellt. Dies ist mit einem konsequenten Einsatz von (X)HTML Strict und CSS zu erreichen. Das heißt jedoch nicht, daß gute Webseiten zwingend in jedem Browser absolut gleich aussehen müssen. Eine absolut gleich aussehende Darstellung ist bei einfachen Seiten durchaus umsetzbar, aber bei bestimmten Layouts würde man sich damit selbst beschränken, da Browser verschiedene Elemente unterschiedlich interpretieren und manche Browser auch nicht alle neueren CSS-Elemente beherrschen. Natürlich hat das Kriterium der Browserunabhängigkeit aber auch seine Grenzen. Es macht keinen Sinn, jeden noch so alten Browser zu unterstützen. Aus diesem Grunde wird der Internet Explorer 6 bei Updates dieser Webseiten zukünftig auch nicht mehr unterstützt.
  • Gute Webseiten sind nicht für eine Auflösung optimiert: Ebenfalls recht häufig findet man die Unsitte, daß eine Webseite für eine bestimmte Auflösung optimiert ist. Auch dies ist in den meisten Fällen völlig unnötig und hindert Benutzer mit niedrigeren und gelegentlich auch höheren Auflösungen am Besuch der Webseite. Dies ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Daher sind gute Webseiten nicht für eine bestimmte Auflösung optimiert. Gute Webseiten sind vielmehr mit jeder Auflösung benutzbar. Natürlich ist dies in bestimmten Fällen, etwa bei PDAs, nur eingeschränkt möglich. Aber annähern kann man sich diesem Ziel auf jeden Fall!
  • Gute Webseiten sind für Menschen gemacht: Denken Sie immer daran, für wen Sie Ihre Webseiten machen: nicht für Suchmaschinen und nicht für sich selbst, sondern für Ihre Besucher. Sie wollen Ihren Besuchern etwas mitteilen und sie vielleicht zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung animieren. Um das zu erreichen, müssen Sie Interesse wecken. Das geht am besten mit attraktiven Inhalten (Content). Der Content ist das Lebenselixier für gute Webseiten. Attraktive Inhalte sorgen dafür, daß Menschen lange auf einer Seite verweilen. Gute Webseiten bieten daher ihre wesentlichen Inhalte ausschließlich in (X)HTML codiert und überwiegend in Textform an. Manchmal sind natürlich auch Grafiken oder Bilder zur Erläuterung eines Sachverhaltes oder zur Auflockerung notwendig und sinnvoll. In diesen Fällen ist eine aussagekräftige Beschreibung der Grafik für gute Webseiten unverzichtbar. Eine solche Beschreibung hilft übrigens auch sehbehinderten Menschen, die Bilder nicht wahrnehmen können, Ihre Webseite besser zu verstehen.
  • Gute Webseiten sind auch für Suchmaschinen optimiert: Sie werden sich jetzt vielleicht fragen: Oben schreibt er, daß gute Webseiten für Menschen gemacht sind, und nun sagt er auf einmal, daß gute Webseiten für Suchmaschinen optimiert sein sollen? Wie paßt das zusammen? Nun, das ist absolut kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Denn auch für Suchmaschinen sind gute Inhalte, vor allem in Textform, wichtig. Anders ausgedrückt: Eine Webseite, die für Menschen attraktiv ist, indem sie ihnen gute Inhalte liefert, ist automatisch auch für Suchmaschinen attraktiv. Natürlich müssen für Suchmaschinen noch weitere Vorkehrungen getroffen werden, um die Seite für sie noch attraktiver zu machen. Aber diese Vorkehrungen sind für menschliche Besucher nicht hinderlich. Die oft geäußerte Meinung, man müsse Inhalte extra für Suchmaschinen verfassen und sie gar vor Menschen verstecken, ist blanker Unsinn. Warum sollten Menschen Inhalte, die für Suchmaschinen gut sind, nicht auch zu Gesicht bekommen? Und wenn sie für Menschen nicht gut sind – wie etwa die beliebten vor Besuchern versteckten Keyword-Listen – sind sie langfristig auch für Suchmaschinen nicht gut, weil Suchmaschinen diese Tricks bemerken und die Seite deswegen schlechter bewerten. Denken Sie also beim Verfassen Ihrer Inhalte an Ihre Besucher. Und wenn Ihre Besucher sich an Ihren Inhalten erfreuen, werden es die Suchmaschinen ihnen gleichtun. Elemente wie Flash sind übrigens Gift für die Suchmaschinentauglichkeit von Webseiten. Daher sollte man diese Elemente für gute Webseiten nur wohldosiert einsetzen, wenn es unbedingt nötig ist.
  • Gute Webseiten sind barrierefrei: Auch dieses Kriterium ist nur bedingt einzuhalten. Daher sollte es vielleicht viel eher heißen „gute Webseiten sind barrierearm“. Denn völlig barrierefrei werden Sie eine Webseite vermutlich nie bekommen können. Aber Sie können eine Webseite so gestalten, daß sie möglichst wenige Barrieren enthält. Denken Sie dabei aber nicht nur an Menschen mit Sehbehinderungen. Auch Menschen mit Hörbehinderungen, Menschen mit Lernschwierigkeiten und gelegentlich auch Menschen mit motorischen Behinderungen stoßen auf Webseiten nicht selten auf Barrieren.
  • Gute Webseiten sind in W3C-konformem (X)HTML Strict geschrieben: Im Netz findet man viele Webseiten, die irgendwie mit HTML-Editoren zusammengeklickt wurden. Das Ergebnis sind meist Webseiten, die in keinster Weise den Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) entsprechen. Diese Organisation hat eine Reihe von Regeln aufgestellt, wie der Code von Webseiten geschrieben werden muß. An diese Standards sollten Sie sich halten, wenn Sie eine gute Webseite erstellen wollen. Sie tragen u. a. dazu bei, daß Webseiten auf allen Browsern vernünftig dargestellt werden. Darüber hinaus verbessern Sie möglicherweise die Suchmaschinentauglichkeit Ihrer Webseite. Zwar wird ein direkter Zusammenhang zwischen Suchmaschinentauglichkeit und Standardkonformität zumindest von Google bestritten, aber wenn ein Code sehr wüst ist, kann sich durchaus auch eine Suchmaschine daran verschlucken. XHTML 1.0 Strict ist ein Standard, der heute auf allen gängigen Browsern problemlos verwendet werden kann. Die Zukunft gehört ohne Frage HTML5 und XHTML5. Wer gute Webseiten schreiben will, die auch zukunftsfähig sind, sollte sich jetzt schon mit HTML5 befassen. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen Validität zweitrangig ist. So gibt es vom W3C einen Entwurf für einen Standard, der sich WAI-ARIA nennt. Dieser zukünftige Standard soll die Barrierefreiheit von Webseiten verbessern. Wenn Sie großen Wert auf Barrierefreiheit legen, macht es Sinn, WAI-ARIA schon heute einzusetzen. Dadurch ist Ihr Dokument zwar nicht mehr valide, aber Sie helfen damit Menschen mit Behinderungen, sich besser auf Ihrer Webseite zurechtzufinden. In HTML5 können Sie WAI ARIA ohnehin einsetzen, ohne daß Ihre Webseite nicht mehr valide ist, weil WAI ARIA ein Teil von HTML5 sind.
  • Gute Webseiten beinhalten eine klare Trennung von Inhalt und Gestaltung: Auf vielen Webseiten werden nach wie vor veraltete HTML-Attribute verwendet, mit denen der Inhalt einer Seite nicht klar von seiner Gestaltung getrennt, sondern beides vermischt wird. Dies hat verschiedene Nachteile, vor allem, daß alle Gestaltungselemente für jede einzelne Seite neu definiert werden müssen. Um diesen Aufwand zu minimieren, wurden Cascading Style Sheets (CSS) entwickelt. Die Aufgabe von CSS ist es, Gestaltungselemente einer Webseite wie Farben, Schriftarten usw. zentral zur Verfügung zu stellen. Im HTML wird dann nur noch der Inhalt einer Seite strukturiert. Dies hilft u. a., eine Webseite barrierearmer zu gestalten, hat aber auch viele andere Vorteile. So müssen alle Gestaltungselemente nur ein einziges Mal und nicht für jede Webseite neu definiert werden. Gute Webseiten greifen daher auf die Verwendung von CSS zurück. Diese klare Trennung von Inhalt und Gestaltung ist auch ein wichtiger Faktor für Barrierefreiheit.
  • Gute Webseiten sind benutzerfreundlich: Auf vielen Webseiten wird lediglich auf die Optik geachtet und der Benutzer dabei offensichtlich komplett vergessen. Dabei sind Webseiten, wie bereits diskutiert, natürlich für den Benutzer da. Daher sollte sich dieser auf ihnen auch gut zurechtfinden können. Eine klare Menüführung und eindeutige Link Bezeichnungen sind nur zwei Punkte, die gute Webseiten benutzerfreundlicher machen. Hinzu kommen gute Inhalte. Dazu gehört auch, daß gute Webseiten nicht mit Werbung überfrachtet werden, sondern die Inhalte im Vordergrund stehen. Gute Webseiten sollten zudem auch nicht mit Inhalten überladen werden. Wichtige Elemente einer Webseite sollten darüber hinaus in reinem (X)HTML und CSS gestaltet werden. Wer gute Webseiten erstellen will, verzichtet so weit wie möglich auf Flash und andere Elemente, die ein Plugin benötigen oder im Browser eingeschaltet werden müssen und möglicherweise auch Barrieren aufbauen.
  • Gute Webseiten stellen die Funktion und den Inhalt in den Vordergrund, nicht die Optik: Wenn Menschen eine Webseite besuchen, wollen sie sich in erster Linie über das Angebot auf der Seite informieren. Natürlich wirken dabei optisch gut gestaltete Webseiten auch positiv auf den Besucher. Dennoch sollte der Schwerpunkt bei guten Webseiten auf der Funktionalität und dem Inhalt liegen, nicht auf der Optik. Hier ist weniger oft mehr. Insbesondere sollte man darauf achten, daß Gestaltungselemente den Inhalt, auf den man besonders aufmerksam machen will, entsprechend betonen. Insbesondere für gute Webseiten im Geschäftsbereich ist das sehr wichtig. Sogenannte „Landing Pages“, also Webseiten, auf die im Zuge einer Werbekampagne verlinkt wird, sind so zu gestalten, daß die Informationen zum beworbenen Produkt sehr schnell wahrgenommen werden können, da bereits wenige Sekunden darüber entscheiden, ob ein Besucher auf einer Webseite bleibt oder nicht.
  • Gute Webseiten sind sicher vor Angriffen: Auch diese Regel ist natürlich nicht hundertprozentig umsetzbar. Es gibt kein absolut sicheres System. Aber viele Webseiten, vor allem solche, die interaktive Elemente wie Gästebücher u. ä. enthalten, sind häufig nicht ausreichend gegen Angriffe von außen abgesichert. Betroffen sind vor allem Anwendungen in PHP und MySQL, weil diese Kombination sehr beliebt und im Web häufig anzutreffen ist. Die Folgen können dramatisch sein und für kleine Unternehmen sogar den Ruin bedeuten. Für gute Webseiten ist daher eine sichere Programmierung von interaktiven Elementen Pflicht!
  • Gute Webseiten sind schnell zu laden: Früher war dieser Aspekt für gute Webseiten noch viel wichtiger. Zu Zeiten, als der durchschnittliche Internet-User nur ein langsames Modem hatte, stachen gute Webseiten dadurch hervor, daß sie auch mit dieser technischen Ausstattung schnell geladen wurden. Aber auch heute ist die Ladezeit ein gutes Kriterium für gute Webseiten, denn manche DSL-Kunden haben immer noch einen Volumen-Tarif und müssen extra zahlen, wenn dieser ausgeschöpft ist. Gute Webseiten brauchen auch keine riesigen, mehrere MB großen Bilder. Für Webseiten sind Bilder, die nicht so viel Speicher fressen und Traffic erzeugen, besser, auch wenn man dafür leichte Einbußen bei der Auflösung in Kauf nehmen muß.
  • Gute Webseiten beinhalten nur dann clientseitige Scripte und proprietäre Formate wie Flash, wenn es zur Umsetzung bestimmter Ziele unbedingt nötig ist: Vielfach findet man auf Webseiten schöne Flash-Filme oder tolle, mit JavaScript realisierte Effekte. Dies sieht auf den ersten Blick ansprechend aus, hat aber auch große Nachteile. Wie wir oben gelesen haben, sind gute Webseiten für Suchmaschinen optimiert. Zudem sollten gute Webseiten auf jedem Rechner anschaubar sein. Beide Ziele werden durch den Einsatz von Elementen wie JavaScript und Flash verfehlt. Nicht so gute Webseiten, die rein aus Flash bestehen, können von Suchmaschinen nicht berücksichtigt werden. Das Gleiche gilt für Inhalte, die mit JavaScript präsentiert werden. Zudem können User, die kein Flash-Plugin haben oder JavaScript ausschalten, solche Seiten nicht oder nur eingeschränkt anschauen. Für gute Webseiten sollte man solche Elemente daher nur verwenden, wenn es eine Anwendung zwingend erfordert. Flash-Filme sind zwar oft ästhetisch, lenken aber zudem Aufmerksamkeit vom Wesentlichen, dem Informationsgehalt der Webseite, weg. Gute Webseiten sollten daher viel mehr mit Inhalt überzeugen. Das Gleiche gilt für JavaScript. Für die meisten gestalterischen Elemente ist kein JavaScript nötig. Gute Webseiten heben sich dadurch ab, daß solche Elemente mit CSS umgesetzt sind. Damit kommt man gleichzeitig einem weiteren Kriterium für gute Webseiten näher, nämlich der Barrierefreiheit.
  • Gute Webseiten sind in korrekter Rechtschreibung und Zeichensetzung verfaßt: Schaut man sich heute auf vielen Webseiten um, so wimmelt es dort nur so vor Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern. Natürlich kommt es gelegentlich zu Tippfehlern, aber Webseiten, auf denen sich die Fehler häufen, vermitteln nicht einmal ein Mindestmaß an Seriosität. Das gilt auch für Webseiten, auf denen jedes Wort klein geschrieben ist. Gute Webseiten heben sich durch eine korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung von der Masse ab. Ob dabei die alte oder die neue Rechtschreibung verwendet wird, ist diesbezüglich egal, solange eine Variante beibehalten wird. Ich persönlich bevorzuge die alte Rechtschreibung, beherrsche aber auch die neue Rechtschreibung für Ihre Webseite.
  • Gute Webseiten sind natürlich auch ästhetisch: All die bisher genannten Punkte sind von größter Bedeutung für gute Webseiten. Darüber hinaus darf man aber natürlich die Ästhetik einer Webseite nicht vergessen. Gute Webseiten sollte auch schön anzusehen sein. Gute Webseiten bauen primär auf Inhalt, nicht auf eine exzessive künstlerische Ausgestaltung. Aber zur Ästhetik für gute Webseiten gehören für mich auch die ansprechende Farbwahl oder die Wahl schöner, aber kleiner Bilder, wenn man welche verwenden möchte. Auch die richtige Abstimmung dieser Elemente macht aus Webseiten gute Webseiten. Dafür braucht es allerdings weder Flash noch JavaScript. Gute Webseiten können ohne Weiteres alleine mit (X)HTML und CSS ansprechend gestaltet werden.
  • Gute Webseiten entsprechen höchsten Datenschutzstandards: Datenschutz beziehungsweise Verstöße dagegen sind derzeit in aller Munde. Auch im Web halten sich viele kommerzielle und private Webseiten nicht im Mindesten an Datenschutzrichtlinien. Gute Webseiten, auf denen personenbezogene Daten erhoben werden, orientieren sich dagegen an höchsten Datenschutzstandards. Personenbezogene Daten werden auf guten Webseiten nur dann erhoben, wenn es unbedingt notwendig ist, um dem Besucher einen Dienst zur Verfügung zu stellen. Auf guten Webseiten werden Besucher über die Art und Verwendung der erhobenen personenbezogenen Daten im Rahmen einer Datenchutzerklärung genauestens informiert, und sie finden eine Kontaktmöglichkeit, um die von ihnen gespeicherten personenbezogenen Daten abzufragen und auf Wunsch auch löschen oder sperren zu lassen.
  • Gute Webseiten sind auch für mobile Geräte optimiert: Dieser Punkt hat zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels vor 12 Jahren keinerlei Rolle gespielt. Mittlerweile aber gehen immer mehr Menschen auf Mobilgeräten, also auf Smartphones oder Tablets, online. Klassische Webseiten sind auf diesen Geräten schlecht lesbar. Daher müssen Webseiten auch für mobile Geräte optimiert werden. In einigen Bereichen ist das sogar vorrangig, weil in diesen Branchen mehr Menschen mobil online gehen als mit Desktop-Browsern.

Diese Auflistung von Kriterien für gute Webseiten erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie vermitteln ungefähr einen Eindruck davon, wie ich meine Arbeit verstehe und was gute Webseiten für mich sind. Die genannten Kriterien stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit, und ich bin mir sicher, damit für meine Kunden gute Webseiten erstellen zu können. Ich möchte mich mit diesen Kriterien für gute Webseiten auch vom klassischen „Webdesign“ abgrenzen. Beim klassischen „Webdesign“ sind die Kriterien für gute Webseiten meist nicht erfüllt.

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last modified: 04/14/2013 by WP Care