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Gute Webseiten — was macht sie aus?

Zusam­men­fas­sung: In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, was in mein Augen gute Web­seit­en aus­macht, aber auch deut­lich machen, was in meinen Augen keine guten Web­seit­en sind.

Darüber, welche Kri­te­rien Web­seit­en erfüllen müssen, um gute Web­seit­en zu sein, gibt es unter­schiedliche Auf­fas­sun­gen. Aus mein­er Erfahrung mit der Erstel­lung von Web­seit­en habe ich einige Richtlin­ien für gute Web­seit­en entwick­elt, an die ich mich bei mein­er Arbeit halte.

Zusam­menge­faßt lassen sich fol­gende Kri­te­rien für gute Web­seit­en auf­stellen:

  • Gute Web­seit­en leg­en nicht nur Wert auf die Optik
  • Gute Web­seit­en müssen nicht alles auf­bi­eten, was tech­nisch möglich ist
  • Gute Web­seit­en enthal­ten keine hochau­flösenden Bilder
  • Gute Web­seit­en enthal­ten keine Hin­ter­grund­musik
  • Gute Web­seit­en sind bar­ri­ere­frei
  • Gute Web­seit­en sind nicht von einem bes­timmten Brows­er abhängig
  • Gute Web­seit­en sind nicht von ein­er bes­timmten Bild­schir­mau­flö­sung abhängig
  • Gute Web­seit­en sind für Men­schen gemacht und bieten dem Besuch­er viel nüt­zlichen Inhalt
  • Gute Web­seit­en sind auch für Such­maschi­nen opti­miert
  • Gute Web­seit­en sind in vali­dem, W3C-kon­formem (X)HTML Strict geschrieben
  • Gute Web­seit­en sind benutzer­fre­undlich
  • Gute Web­seit­en stellen die Funk­tion und den Inhalt in den Vorder­grund, nicht die
    Optik
  • Gute Web­seit­en sind gegen Angriffe abgesichert
  • Gute Web­seit­en sind schnell zu laden
  • Gute Web­seit­en enthal­ten möglichst nur dann client­seit­ige Skripte und pro­pri­etäre For­mate
    wie Flash, wenn es zur Umset­zung bes­timmter Ziele unbe­d­ingt nötig ist
  • Gute Web­seit­en sind in kor­rek­ter Rechtschrei­bung und Zeichenset­zung
    ver­faßt
  • Gute Web­seit­en sind trotz allem auch ästhetisch
  • Gute Web­seit­en entsprechen höch­sten Daten­schutz­s­tan­dards
  • Gute Web­seit­en sind für mobile Geräte opti­miert

Warum diese Kri­te­rien für gute Web­seit­en beson­ders wichtig sind, ver­sucht der fol­gende Artikel zu erläutern.

Wie man gute Webseiten erstellt, und welche Fehler man vermeiden sollte

Ich werde häu­fig gefragt, was denn nun „gute Web­seit­en“ aus­macht. Hier gehen die Mei­n­un­gen sich­er weit auseinan­der. Für manche sind gute Web­seit­en auss­chließlich mit Flash gemacht, denn man muß ja „auf dem neuesten Stand der Tech­nik“ sein. Andere beto­nen, daß gute Web­seit­en grafisch per­fekt gestal­tet sein müssen. Sicher­lich kann man das alles so sehen, und die optisch ansprechende Gestal­tung ist ohne Frage ein Kri­teri­um für gute Web­seit­en. Jedoch sind diese Ansätze für sich genom­men alle mit erhe­blichen Nachteilen behaftet, wenn Web­seit­en auss­chließlich mit Flash oder auf Basis von Grafiken gestal­tet sind oder bei Web­seit­en auss­chließlich auf die Optik und nicht auf die Funk­tion­al­ität und Benutzer­fre­undlichkeit geachtet wird. Ich habe daher andere Maßstäbe an gute Web­seit­en. Bevor ich diese dar­lege, möchte ich jedoch einige Irrtümer über gute Web­seit­en disku­tieren.

Einige Irrtümer über gute Webseiten

Natür­lich gibt es vielfältige Ansicht­en darüber, was gute Web­seit­en aus­macht. Einige dieser Mei­n­un­gen beruhen jedoch mein­er Mei­n­ung nach auf Irrtümern:

  • In vie­len Fällen wird auss­chließlich Wert auf die Optik von Web­seit­en gelegt. Gute Web­seit­en sind für viele Web­seit­en, „die knallen“, wie ich ein­mal in einem Auf­trags­ge­such für Web­seit­en­er­stel­lung las. Aber was nützen dem Anbi­eter und dem Besuch­er von Web­seit­en Web­seit­en, die „knallen“, wenn die Funk­tion­al­ität dabei auf der Strecke bleibt? Natür­lich sollen gute Web­seit­en auch gut ausse­hen, denn das motiviert den Besuch­er eher, möglichst lange auf ein­er Web­seite zu bleiben. Aber man sollte darüber hin­aus die Funk­tion­al­ität nicht ver­nach­läs­si­gen. Beson­ders gut läßt sich das anhand von Tex­ten illus­tri­eren. Texte oder Menüs, die auss­chließlich in Grafiken oder gar in Flash oder Java abgelegt sind, sehen zwar optisch vielle­icht sehr schön aus, weil man Schrif­tarten ver­wen­den kann, die man son­st nicht zur Ver­fü­gung hat. Aber sie haben viele Nachteile. Web­seit­enbe­such­er, die Grafiken in Ihrem Brows­er abschal­ten, sehbe­hin­derte Men­schen mit Screen­read­ern und Such­maschi­nen kön­nen diese Texte nicht lesen oder erfassen. Damit erscheinen so gestal­tete Web­seit­en für diese Benutzer­grup­pen und für Such­maschi­nen ohne Inhalt.
  • Gute Web­seit­en sind für viele Webau­toren vor allem Web­seit­en, die alle möglichen tech­nis­chen Raf­fi­nessen auss­chöpfen. Flash­filme, JavaScript-Effek­te, ani­mat­ed GIFs und andere Ele­mente find­en Sie auf solchen Web­seit­en zu Hauf. Zugegeben, diese Web­seit­en sind beein­druck­end. Es gehört viel tech­nis­ch­er Sachver­stand dazu, solche Web­seit­en zu erstellen. Jedoch man­gelt es in diesen Fällen dafür häu­fig an Sachver­stand zur Benutzer­fre­undlichkeit. Man erwartet der­ar­tige Effek­te vielmehr von Com­put­er­spie­len und ähn­lichen Medi­en. Der Nachteil solch­er Web­seit­en liegt darin, daß sie mit langsamen Inter­net-Verbindun­gen oder ohne die Instal­la­tion ver­schieden­er Plu­g­ins nicht benutzbar sind. Tech­nisch raf­finierte Web­seit­en sind daher meist nur für eine kleine Benutzer­gruppe geeignet. Generell sollte man auf die genan­nten Tech­nolo­gien weitest­ge­hend verzicht­en, wenn man gute Web­seit­en vor allem zu geschäftlichen Zweck­en erstellen will und die Seit­en für alle zugänglich sein sollen, weil man einen möglichst weit­en Kun­denkreis erre­ichen will.
  • Ähn­lich­es gilt für hochau­flösende Bilder. Manche Webau­toren denken, daß ihre Web­seit­en gute Web­seit­en wer­den, weil die Bilder, die sie darin einge­baut haben, von hoher Qual­ität sind. Meist wer­den dadurch jedoch User viel mehr verärg­ert, weil sie entwed­er zu lange warten müssen, bis die Seite geladen ist, oder bei einem Vol­u­men­tarif für die Über­tra­gung eines großen Bildes viel zahlen müssen. Erläuternde Grafiken oder Abbil­dun­gen sind für gute Web­seit­en ohne Frage manch­mal unab­d­ing­bar und kön­nen hochw­er­tiger Inhalt sein. In der Regel soll­ten diese jedoch möglichst klein gehal­ten wer­den. In Aus­nah­me­fällen (beispiel­sweise wenn ein Maler seine Bilder präsen­tieren möchte), kön­nen Bilder auch mal etwas hochau­flösender sein. Generell jedoch sind große Bilder für gute Web­seit­en nicht geeignet.
  • Eben­so ungeeignet für gute Web­seit­en ist in der Regel Hin­ter­grund­musik. Abge­se­hen davon, daß dies die Ladezeit erhöht, lenkt sie von den Inhal­ten der Web­seite ab. Lediglich in eini­gen weni­gen Fällen, z.B. wenn auf Web­seit­en Musik präsen­tiert wer­den soll oder bei kün­st­lerischen Pro­jek­ten, ist Hin­ter­grund­musik auch für gute Web­seit­en akzept­abel.
  • Immer wieder hört man, auch von Webau­toren, das Argu­ment, gute Web­seit­en müßten nicht bar­ri­ere­frei sein. Diese Argu­men­ta­tion schließt nicht nur behin­derte Net­znutzer bewußt aus, sie ist auch kurzsichtig. Denn ger­ade Men­schen mit Behin­derun­gen bedi­enen sich angesichts von Mobil­itäts- und anderen Ein­schränkun­gen oft­mals des Inter­net, um einzukaufen, Kon­tak­te zu knüpfen oder Infor­ma­tio­nen zu suchen. Diese Men­schen ver­lieren Fir­men als Kun­den, wenn sie ihre Web­seit­en nicht bar­ri­ere­frei gestal­ten.

So weit zu den Irrtümern über gute Web­seit­en. Was macht aber nun gute Web­seit­en aus? Ich möchte nach­fol­gend ver­suchen, einen Kri­te­rienkat­a­log für gute Web­seit­en aufzustellen und auch zu begrün­den, warum ich diese Kri­te­rien für gute Web­seit­en für beson­ders wichtig halte.

19 Kriterien für gute Webseiten

Nach­fol­gend find­en Sie eine Liste von 15 Kri­te­rien für gute Web­seit­en. Wenn Sie wis­sen wollen, ob eine Web­seite eine gute Web­seite ist, kön­nen Sie diese Kri­te­rien als Check­liste ver­wen­den.

  • Gute Web­seit­en müssen mit jedem Brows­er gut ausse­hen: Oft­mals wer­den Web­seit­en für einen bes­timmten Brows­er opti­miert, meis­tens für den Inter­net Explor­er. Dies ist in den meis­ten Fällen unnötig. Es gibt eigentlich keinen Grund, eine Web­seite nur für einen bes­timmten Brows­er zu opti­mieren. Vielmehr sper­rt man sog­ar Benutzer und somit evtl. poten­tielle Kun­den aus. Gute Web­seit­en sind daher nicht für einen bes­timmten Brows­er opti­miert, son­dern wer­den vom Brows­er unab­hängig gut dargestellt. Dies ist mit einem kon­se­quenten Ein­satz von (X)HTML Strict und CSS zu erre­ichen. Das heißt jedoch nicht, daß gute Web­seit­en zwin­gend in jedem Brows­er abso­lut gle­ich ausse­hen müssen. Eine abso­lut gle­ich ausse­hende Darstel­lung ist bei ein­fachen Seit­en dur­chaus umset­zbar, aber bei bes­timmten Lay­outs würde man sich damit selb­st beschränken, da Brows­er ver­schiedene Ele­mente unter­schiedlich inter­pretieren und manche Brows­er auch nicht alle neueren CSS-Ele­mente beherrschen. Natür­lich hat das Kri­teri­um der Browserun­ab­hängigkeit aber auch seine Gren­zen. Es macht keinen Sinn, jeden noch so alten Brows­er zu unter­stützen. Aus diesem Grunde wird der Inter­net Explor­er 6 bei Updates dieser Web­seit­en zukün­ftig auch nicht mehr unter­stützt.
  • Gute Web­seit­en sind nicht für eine Auflö­sung opti­miert: Eben­falls recht häu­fig find­et man die Unsitte, daß eine Web­seite für eine bes­timmte Auflö­sung opti­miert ist. Auch dies ist in den meis­ten Fällen völ­lig unnötig und hin­dert Benutzer mit niedrigeren und gele­gentlich auch höheren Auflö­sun­gen am Besuch der Web­seite. Dies ist natür­lich nicht im Sinne des Erfind­ers. Daher sind gute Web­seit­en nicht für eine bes­timmte Auflö­sung opti­miert. Gute Web­seit­en sind vielmehr mit jed­er Auflö­sung benutzbar. Natür­lich ist dies in bes­timmten Fällen, etwa bei PDAs, nur eingeschränkt möglich. Aber annäh­ern kann man sich diesem Ziel auf jeden Fall!
  • Gute Web­seit­en sind für Men­schen gemacht: Denken Sie immer daran, für wen Sie Ihre Web­seit­en machen: nicht für Such­maschi­nen und nicht für sich selb­st, son­dern für Ihre Besuch­er. Sie wollen Ihren Besuch­ern etwas mit­teilen und sie vielle­icht zum Kauf eines Pro­duk­ts oder ein­er Dien­stleis­tung ani­mieren. Um das zu erre­ichen, müssen Sie Inter­esse weck­en. Das geht am besten mit attrak­tiv­en Inhal­ten (Con­tent). Der Con­tent ist das Lebenselix­i­er für gute Web­seit­en. Attrak­tive Inhalte sor­gen dafür, daß Men­schen lange auf ein­er Seite ver­weilen. Gute Web­seit­en bieten daher ihre wesentlichen Inhalte auss­chließlich in (X)HTML codiert und über­wiegend in Textform an. Manch­mal sind natür­lich auch Grafiken oder Bilder zur Erläuterung eines Sachver­haltes oder zur Auflockerung notwendig und sin­nvoll. In diesen Fällen ist eine aus­sagekräftige Beschrei­bung der Grafik für gute Web­seit­en unverzicht­bar. Eine solche Beschrei­bung hil­ft übri­gens auch sehbe­hin­derten Men­schen, die Bilder nicht wahrnehmen kön­nen, Ihre Web­seite bess­er zu ver­ste­hen.
  • Gute Web­seit­en sind auch für Such­maschi­nen opti­miert: Sie wer­den sich jet­zt vielle­icht fra­gen: Oben schreibt er, daß gute Web­seit­en für Men­schen gemacht sind, und nun sagt er auf ein­mal, daß gute Web­seit­en für Such­maschi­nen opti­miert sein sollen? Wie paßt das zusam­men? Nun, das ist abso­lut kein Wider­spruch, ganz im Gegen­teil. Denn auch für Such­maschi­nen sind gute Inhalte, vor allem in Textform, wichtig. Anders aus­ge­drückt: Eine Web­seite, die für Men­schen attrak­tiv ist, indem sie ihnen gute Inhalte liefert, ist automa­tisch auch für Such­maschi­nen attrak­tiv. Natür­lich müssen für Such­maschi­nen noch weit­ere Vorkehrun­gen getrof­fen wer­den, um die Seite für sie noch attrak­tiv­er zu machen. Aber diese Vorkehrun­gen sind für men­schliche Besuch­er nicht hin­der­lich. Die oft geäußerte Mei­n­ung, man müsse Inhalte extra für Such­maschi­nen ver­fassen und sie gar vor Men­schen ver­steck­en, ist blanker Unsinn. Warum soll­ten Men­schen Inhalte, die für Such­maschi­nen gut sind, nicht auch zu Gesicht bekom­men? Und wenn sie für Men­schen nicht gut sind — wie etwa die beliebten vor Besuch­ern ver­steck­ten Key­word-Lis­ten — sind sie langfristig auch für Such­maschi­nen nicht gut, weil Such­maschi­nen diese Tricks bemerken und die Seite deswe­gen schlechter bew­erten. Denken Sie also beim Ver­fassen Ihrer Inhalte an Ihre Besuch­er. Und wenn Ihre Besuch­er sich an Ihren Inhal­ten erfreuen, wer­den es die Such­maschi­nen ihnen gle­ich­tun. Ele­mente wie Flash sind übri­gens Gift für die Such­maschi­nen­tauglichkeit von Web­seit­en. Daher sollte man diese Ele­mente für gute Web­seit­en nur wohldosiert ein­set­zen, wenn es unbe­d­ingt nötig ist.
  • Gute Web­seit­en sind bar­ri­ere­frei: Auch dieses Kri­teri­um ist nur bed­ingt einzuhal­ten. Daher sollte es vielle­icht viel eher heißen „gute Web­seit­en sind bar­ri­erearm“. Denn völ­lig bar­ri­ere­frei wer­den Sie eine Web­seite ver­mut­lich nie bekom­men kön­nen. Aber Sie kön­nen eine Web­seite so gestal­ten, daß sie möglichst wenige Bar­ri­eren enthält. Denken Sie dabei aber nicht nur an Men­schen mit Sehbe­hin­derun­gen. Auch Men­schen mit Hör­be­hin­derun­gen, Men­schen mit Lern­schwierigkeit­en und gele­gentlich auch Men­schen mit motorischen Behin­derun­gen stoßen auf Web­seit­en nicht sel­ten auf Bar­ri­eren.
  • Gute Web­seit­en sind in W3C-kon­formem (X)HTML Strict geschrieben: Im Netz find­et man viele Web­seit­en, die irgend­wie mit HTML-Edi­toren zusam­mengek­lickt wur­den. Das Ergeb­nis sind meist Web­seit­en, die in kein­ster Weise den Stan­dards des World Wide Web Con­sor­tiums (W3C) entsprechen. Diese Organ­i­sa­tion hat eine Rei­he von Regeln aufgestellt, wie der Code von Web­seit­en geschrieben wer­den muß. An diese Stan­dards soll­ten Sie sich hal­ten, wenn Sie eine gute Web­seite erstellen wollen. Sie tra­gen u. a. dazu bei, daß Web­seit­en auf allen Browsern vernün­ftig dargestellt wer­den. Darüber hin­aus verbessern Sie möglicher­weise die Such­maschi­nen­tauglichkeit Ihrer Web­seite. Zwar wird ein direk­ter Zusam­men­hang zwis­chen Such­maschi­nen­tauglichkeit und Stan­dard­kon­for­mität zumin­d­est von Google bestrit­ten, aber wenn ein Code sehr wüst ist, kann sich dur­chaus auch eine Such­mas­chine daran ver­schluck­en. XHTML 1.0 Strict ist ein Stan­dard, der heute auf allen gängi­gen Browsern prob­lem­los ver­wen­det wer­den kann. Die Zukun­ft gehört ohne Frage HTML5 und XHTML5. Wer gute Web­seit­en schreiben will, die auch zukun­fts­fähig sind, sollte sich jet­zt schon mit HTML5 befassen. Allerd­ings gibt es auch Fälle, in denen Valid­ität zweitrangig ist. So gibt es vom W3C einen Entwurf für einen Stan­dard, der sich WAI-ARIA nen­nt. Dieser zukün­ftige Stan­dard soll die Bar­ri­ere­frei­heit von Web­seit­en verbessern. Wenn Sie großen Wert auf Bar­ri­ere­frei­heit leg­en, macht es Sinn, WAI-ARIA schon heute einzuset­zen. Dadurch ist Ihr Doku­ment zwar nicht mehr valide, aber Sie helfen damit Men­schen mit Behin­derun­gen, sich bess­er auf Ihrer Web­seite zurechtzufind­en. In HTML5 kön­nen Sie WAI ARIA ohne­hin ein­set­zen, ohne daß Ihre Web­seite nicht mehr valide ist, weil WAI ARIA ein Teil von HTML5 sind.
  • Gute Web­seit­en bein­hal­ten eine klare Tren­nung von Inhalt und Gestal­tung: Auf vie­len Web­seit­en wer­den nach wie vor ver­al­tete HTML-Attribute ver­wen­det, mit denen der Inhalt ein­er Seite nicht klar von sein­er Gestal­tung getren­nt, son­dern bei­des ver­mis­cht wird. Dies hat ver­schiedene Nachteile, vor allem, daß alle Gestal­tungse­le­mente für jede einzelne Seite neu definiert wer­den müssen. Um diesen Aufwand zu min­imieren, wur­den Cas­cad­ing Style Sheets (CSS) entwick­elt. Die Auf­gabe von CSS ist es, Gestal­tungse­le­mente ein­er Web­seite wie Far­ben, Schrif­tarten usw. zen­tral zur Ver­fü­gung zu stellen. Im HTML wird dann nur noch der Inhalt ein­er Seite struk­turi­ert. Dies hil­ft u. a., eine Web­seite bar­ri­erearmer zu gestal­ten, hat aber auch viele andere Vorteile. So müssen alle Gestal­tungse­le­mente nur ein einziges Mal und nicht für jede Web­seite neu definiert wer­den. Gute Web­seit­en greifen daher auf die Ver­wen­dung von CSS zurück. Diese klare Tren­nung von Inhalt und Gestal­tung ist auch ein wichtiger Fak­tor für Bar­ri­ere­frei­heit.
  • Gute Web­seit­en sind benutzer­fre­undlich: Auf vie­len Web­seit­en wird lediglich auf die Optik geachtet und der Benutzer dabei offen­sichtlich kom­plett vergessen. Dabei sind Web­seit­en, wie bere­its disku­tiert, natür­lich für den Benutzer da. Daher sollte sich dieser auf ihnen auch gut zurechtfind­en kön­nen. Eine klare Menüführung und ein­deutige Link Beze­ich­nun­gen sind nur zwei Punk­te, die gute Web­seit­en benutzer­fre­undlich­er machen. Hinzu kom­men gute Inhalte. Dazu gehört auch, daß gute Web­seit­en nicht mit Wer­bung über­frachtet wer­den, son­dern die Inhalte im Vorder­grund ste­hen. Gute Web­seit­en soll­ten zudem auch nicht mit Inhal­ten über­laden wer­den. Wichtige Ele­mente ein­er Web­seite soll­ten darüber hin­aus in reinem (X)HTML und CSS gestal­tet wer­den. Wer gute Web­seit­en erstellen will, verzichtet so weit wie möglich auf Flash und andere Ele­mente, die ein Plu­g­in benöti­gen oder im Brows­er eingeschal­tet wer­den müssen und möglicher­weise auch Bar­ri­eren auf­bauen.
  • Gute Web­seit­en stellen die Funk­tion und den Inhalt in den Vorder­grund, nicht die Optik: Wenn Men­schen eine Web­seite besuchen, wollen sie sich in erster Lin­ie über das Ange­bot auf der Seite informieren. Natür­lich wirken dabei optisch gut gestal­tete Web­seit­en auch pos­i­tiv auf den Besuch­er. Den­noch sollte der Schw­er­punkt bei guten Web­seit­en auf der Funk­tion­al­ität und dem Inhalt liegen, nicht auf der Optik. Hier ist weniger oft mehr. Ins­beson­dere sollte man darauf acht­en, daß Gestal­tungse­le­mente den Inhalt, auf den man beson­ders aufmerk­sam machen will, entsprechend beto­nen. Ins­beson­dere für gute Web­seit­en im Geschäfts­bere­ich ist das sehr wichtig. Soge­nan­nte „Land­ing Pages“, also Web­seit­en, auf die im Zuge ein­er Wer­bekam­pagne ver­linkt wird, sind so zu gestal­ten, daß die Infor­ma­tio­nen zum bewor­be­nen Pro­dukt sehr schnell wahrgenom­men wer­den kön­nen, da bere­its wenige Sekun­den darüber entschei­den, ob ein Besuch­er auf ein­er Web­seite bleibt oder nicht.
  • Gute Web­seit­en sind sich­er vor Angrif­f­en: Auch diese Regel ist natür­lich nicht hun­dert­prozentig umset­zbar. Es gibt kein abso­lut sicheres Sys­tem. Aber viele Web­seit­en, vor allem solche, die inter­ak­tive Ele­mente wie Gäste­büch­er u. ä. enthal­ten, sind häu­fig nicht aus­re­ichend gegen Angriffe von außen abgesichert. Betrof­fen sind vor allem Anwen­dun­gen in PHP und MySQL, weil diese Kom­bi­na­tion sehr beliebt und im Web häu­fig anzutr­e­f­fen ist. Die Fol­gen kön­nen drama­tisch sein und für kleine Unternehmen sog­ar den Ruin bedeuten. Für gute Web­seit­en ist daher eine sichere Pro­gram­mierung von inter­ak­tiv­en Ele­menten Pflicht!
  • Gute Web­seit­en sind schnell zu laden: Früher war dieser Aspekt für gute Web­seit­en noch viel wichtiger. Zu Zeit­en, als der durch­schnit­tliche Inter­net-User nur ein langsames Modem hat­te, stachen gute Web­seit­en dadurch her­vor, daß sie auch mit dieser tech­nis­chen Ausstat­tung schnell geladen wur­den. Aber auch heute ist die Ladezeit ein gutes Kri­teri­um für gute Web­seit­en, denn manche DSL-Kun­den haben immer noch einen Vol­u­men-Tarif und müssen extra zahlen, wenn dieser aus­geschöpft ist. Gute Web­seit­en brauchen auch keine riesi­gen, mehrere MB großen Bilder. Für Web­seit­en sind Bilder, die nicht so viel Spe­ich­er fressen und Traf­fic erzeu­gen, bess­er, auch wenn man dafür leichte Ein­bußen bei der Auflö­sung in Kauf nehmen muß.
  • Gute Web­seit­en bein­hal­ten nur dann client­seit­ige Scripte und pro­pri­etäre For­mate wie Flash, wenn es zur Umset­zung bes­timmter Ziele unbe­d­ingt nötig ist: Vielfach find­et man auf Web­seit­en schöne Flash-Filme oder tolle, mit JavaScript real­isierte Effek­te. Dies sieht auf den ersten Blick ansprechend aus, hat aber auch große Nachteile. Wie wir oben gele­sen haben, sind gute Web­seit­en für Such­maschi­nen opti­miert. Zudem soll­ten gute Web­seit­en auf jedem Rech­n­er anschaubar sein. Bei­de Ziele wer­den durch den Ein­satz von Ele­menten wie JavaScript und Flash ver­fehlt. Nicht so gute Web­seit­en, die rein aus Flash beste­hen, kön­nen von Such­maschi­nen nicht berück­sichtigt wer­den. Das Gle­iche gilt für Inhalte, die mit JavaScript präsen­tiert wer­den. Zudem kön­nen User, die kein Flash-Plu­g­in haben oder JavaScript auss­chal­ten, solche Seit­en nicht oder nur eingeschränkt anschauen. Für gute Web­seit­en sollte man solche Ele­mente daher nur ver­wen­den, wenn es eine Anwen­dung zwin­gend erfordert. Flash-Filme sind zwar oft ästhetisch, lenken aber zudem Aufmerk­samkeit vom Wesentlichen, dem Infor­ma­tion­s­ge­halt der Web­seite, weg. Gute Web­seit­en soll­ten daher viel mehr mit Inhalt überzeu­gen. Das Gle­iche gilt für JavaScript. Für die meis­ten gestal­ter­ischen Ele­mente ist kein JavaScript nötig. Gute Web­seit­en heben sich dadurch ab, daß solche Ele­mente mit CSS umge­set­zt sind. Damit kommt man gle­ichzeit­ig einem weit­eren Kri­teri­um für gute Web­seit­en näher, näm­lich der Bar­ri­ere­frei­heit.
  • Gute Web­seit­en sind in kor­rek­ter Rechtschrei­bung und Zeichenset­zung ver­faßt: Schaut man sich heute auf vie­len Web­seit­en um, so wim­melt es dort nur so vor Rechtschreib- und Zeichenset­zungs­fehlern. Natür­lich kommt es gele­gentlich zu Tippfehlern, aber Web­seit­en, auf denen sich die Fehler häufen, ver­mit­teln nicht ein­mal ein Min­dest­maß an Seriosität. Das gilt auch für Web­seit­en, auf denen jedes Wort klein geschrieben ist. Gute Web­seit­en heben sich durch eine kor­rek­te Rechtschrei­bung und Zeichenset­zung von der Masse ab. Ob dabei die alte oder die neue Rechtschrei­bung ver­wen­det wird, ist dies­bezüglich egal, solange eine Vari­ante beibehal­ten wird. Ich per­sön­lich bevorzuge die alte Rechtschrei­bung, beherrsche aber auch die neue Rechtschrei­bung für Ihre Web­seite.
  • Gute Web­seit­en sind natür­lich auch ästhetisch: All die bish­er genan­nten Punk­te sind von größter Bedeu­tung für gute Web­seit­en. Darüber hin­aus darf man aber natür­lich die Ästhetik ein­er Web­seite nicht vergessen. Gute Web­seit­en sollte auch schön anzuse­hen sein. Gute Web­seit­en bauen primär auf Inhalt, nicht auf eine exzes­sive kün­st­lerische Aus­gestal­tung. Aber zur Ästhetik für gute Web­seit­en gehören für mich auch die ansprechende Farb­wahl oder die Wahl schön­er, aber klein­er Bilder, wenn man welche ver­wen­den möchte. Auch die richtige Abstim­mung dieser Ele­mente macht aus Web­seit­en gute Web­seit­en. Dafür braucht es allerd­ings wed­er Flash noch JavaScript. Gute Web­seit­en kön­nen ohne Weit­eres alleine mit (X)HTML und CSS ansprechend gestal­tet wer­den.
  • Gute Web­seit­en entsprechen höch­sten Daten­schutz­s­tan­dards: Daten­schutz beziehungsweise Ver­stöße dage­gen sind derzeit in aller Munde. Auch im Web hal­ten sich viele kom­merzielle und pri­vate Web­seit­en nicht im Min­desten an Daten­schutzrichtlin­ien. Gute Web­seit­en, auf denen per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en erhoben wer­den, ori­en­tieren sich dage­gen an höch­sten Daten­schutz­s­tan­dards. Per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en wer­den auf guten Web­seit­en nur dann erhoben, wenn es unbe­d­ingt notwendig ist, um dem Besuch­er einen Dienst zur Ver­fü­gung zu stellen. Auf guten Web­seit­en wer­den Besuch­er über die Art und Ver­wen­dung der erhobe­nen per­so­n­en­be­zo­ge­nen Dat­en im Rah­men ein­er Datenchutzerk­lärung genauestens informiert, und sie find­en eine Kon­tak­t­möglichkeit, um die von ihnen gespe­icherten per­so­n­en­be­zo­ge­nen Dat­en abzufra­gen und auf Wun­sch auch löschen oder sper­ren zu lassen.
  • Gute Web­seit­en sind auch für mobile Geräte opti­miert: Dieser Punkt hat zum Zeit­punkt des Entste­hens dieses Artikels vor 12 Jahren kein­er­lei Rolle gespielt. Mit­tler­weile aber gehen immer mehr Men­schen auf Mobil­geräten, also auf Smart­phones oder Tablets, online. Klas­sis­che Web­seit­en sind auf diesen Geräten schlecht les­bar. Daher müssen Web­seit­en auch für mobile Geräte opti­miert wer­den. In eini­gen Bere­ichen ist das sog­ar vor­rangig, weil in diesen Branchen mehr Men­schen mobil online gehen als mit Desk­top-Browsern.

Diese Auflis­tung von Kri­te­rien für gute Web­seit­en erhebt kein­er­lei Anspruch auf Voll­ständigkeit. Aber sie ver­mit­teln unge­fähr einen Ein­druck davon, wie ich meine Arbeit ver­ste­he und was gute Web­seit­en für mich sind. Die genan­nten Kri­te­rien ste­hen im Mit­telpunkt mein­er Arbeit, und ich bin mir sich­er, damit für meine Kun­den gute Web­seit­en erstellen zu kön­nen. Ich möchte mich mit diesen Kri­te­rien für gute Web­seit­en auch vom klas­sis­chen „Web­de­sign“ abgren­zen. Beim klas­sis­chen „Web­de­sign“ sind die Kri­te­rien für gute Web­seit­en meist nicht erfüllt.

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last modified: 04/14/2013 by WP Care

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