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Warum ich das Web 2.0 kritisch sehe

Was ist das Problem?

Seit ich auf Twit­ter bin, fällt mir ver­stärkt auf, dass vie­le Leu­te dort ziem­lich unre­flek­tiert die „Seg­nun­gen” des soge­nann­ten „Web 2.0” fei­ern. Ich kann mich die­ser Zele­brie­rung nicht anschlie­ßen. Für mich ist das „Web 2.0” nichts als ein ziem­lich inhalts­lee­rer „Plas­tik­be­griff”.
Unter einem „Plas­tik­be­griff” ver­ste­he ich einen Begriff, dem es an der not­wen­di­gen Defi­ni­ti­ons­schär­fe fehlt und der belie­big bieg­bar ist. Genau so ein Begriff ist das „Web 2.0”. Man fin­det kei­ne ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on dafür. Die einen defi­nie­ren es über tech­ni­sche Neue­run­gen, die ande­ren stüt­zen sich bei ihrer Defi­ni­ti­on dar­auf, dass es sich angeb­lich um ein neu­es sozia­les Phä­no­men im Inter­net han­deln soll. Als Bei­spiel für eine Defi­ni­ti­on, die bei­des umfasst, möch­te ich das Glos­sar von „Xing” zitieren:

Web 2.0 ist ein Ober­be­griff für neue inter­ak­ti­ve Tech­ni­ken und Diens­te im Inter­net, die die geän­der­te Wahr­neh­mung des Inter­nets sowie die Fokus­sie­rung auf inter­ak­ti­ve Online-Com­mu­nities berücksichtigen.”

(Quel­le: http://corporate.xing.com/deutsch/investor-relations/basisinformationen/glossar/)

Alter Wein in neuen Schläuchen

Die­se Defi­ni­ti­on ist zwar umfas­sen­der als die ande­ren, aber lei­der auch rich­tig und falsch zugleich. Rich­tig ist zwar, dass das „Web 2.0” sowohl durch sei­ne tech­ni­schen wie auch durch sei­ne sozia­len Eigen­schaf­ten wie inter­ak­ti­ve Online-Com­mu­nities geprägt wur­de. Falsch ist jedoch, dass das „Web 2.0”, wie auch die Ver­si­ons­num­mer im Namen sug­ge­rie­ren möch­te, etwas Neu­es dar­stellt. Weder aus tech­ni­scher noch aus sozia­ler Sicht ist das „Web 2.0” eine grund­le­gen­de Neue­rung, son­dern ledig­lich eine kon­se­quen­te Fort­ent­wick­lung des World Wide Web und des Internet.
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Aber schau­en wir uns die angeb­li­chen tech­ni­schen „Neue­run­gen” doch mal genau­er an. Unum­strit­ten dürf­te sein, dass die grund­le­gen­de Basis des „Web 2.0” AJAX ist. AJAX heißt aus­ge­schrie­ben „Asyn­chro­nous Java­Script And XML” und ist ein Kon­glo­me­rat aus ver­schie­de­nen Tech­no­lo­gien, pri­mär Java­Script und XML. In der Pra­xis kom­men natür­lich auch HTML, CSS und gele­gent­lich auch PHP oder ande­re ser­ver­sei­ti­ge Script­spra­chen bei der Ent­wick­lung von AJAX-Anwen­dun­gen zum Einsatz.
Manch einer wird jetzt schon mit der Stirn run­zeln und sich fra­gen: „Was bit­te­schön ist dar­an neu?”. Und die­ses Stirn­run­zeln wäre durch­aus berech­tigt. Denn wenn wir uns anschau­en, wann die­se Tech­no­lo­gien ent­stan­den sind, erken­nen wir, dass sie alle aus dem alten Jahr­tau­send stam­men. Java­Script exis­tiert seit 1995, XML wur­de 1998 ent­wi­ckelt, das für AJAX not­wen­di­ge Docu­ment Object Model (DOM) ent­stand 1999/2000, wobei es bereits zuvor eine von Micro­soft ent­wi­ckel­te ähn­li­che Tech­no­lo­gie namens XmlHtt­pRe­quest gab. Hilfs­tech­no­lo­gien wie HTML, CSS oder PHP ent­stan­den eben­falls durch­gän­gig bereits in den neun­zi­ger Jah­ren des alten Jahr­tau­sends. Glei­ches gilt für Ele­men­te wie Flash oder RSS, die im „Web 2.0” eine gro­ße Rol­le spie­len oder – wie im Fal­le von Flash –  lan­ge gespielt haben. Fakt ist daher ent­ge­gen ande­rer Behaup­tun­gen, dass das „Web 2.0” tech­no­lo­gisch abso­lut nichts neu­es zu bie­ten hat!

Natür­lich mag man an die­sem Punkt ein­wen­den, dass sich die­se Tech­no­lo­gien erst wei­ter­ent­wi­ckeln muss­ten, um „Web 2.0”-Anwendungen zu erlau­ben, und dass erst ein­mal jemand auf die Idee kom­men muss­te, die­se Tech­no­lo­gien zu ver­bin­den. Bei­des ist rich­tig. So war es 1999, als das Java­Script-DOM, ent­stand, tech­nisch noch sehr schwie­rig bis unmög­lich, Web­an­wen­dun­gen zu schaf­fen, die Desk­top-Cha­rak­ter hat­ten. Mit den wei­ter­ent­wi­ckel­ten Tech­no­lo­gien ist das heu­te kein Pro­blem mehr. Das ändert aber auch nichts dar­an, dass die Tech­no­lo­gien an sich uralt sind.

Und was ist mit der zwei­ten Defi­ni­ti­on? Stellt das „Web 2.0” nicht doch eine neue sozia­le Ent­wick­lung im Web und im Inter­net dar? Kam es durch das „Web 2.0” zu einer „geän­der­ten Wahr­neh­mung” des Inter­net? Ich mei­ne nein. Ele­men­te wie Inter­ak­ti­vi­tät, star­ke Ver­net­zun­gen unter­ein­an­der und „User-gene­ra­ted Con­tent”, die laut die­ser und ande­rer Defi­ni­tio­nen angeb­lich das Neue beim „Web 2.0” aus­ma­chen, gab es im Inter­net schon lan­ge vorher.

Außer­halb des erst 1993 ent­stan­de­nen World Wide Web gab es eine Ver­net­zung von Usern mit vie­len Ele­men­ten, die heu­te dem „Web 2.0” zuge­schrie­ben wer­den, schon wesent­lich frü­her, näm­lich im Inter­net Relay Chat, kurz IRC, das seit 1988 exis­tiert. Hier fand von Anfang an eine star­ke sozia­le Ver­net­zung statt, die in vie­len Fäl­len dazu führt, dass man sich auch außer­halb des Net­zes umein­an­der küm­mert. Das IRC hat Freund­schaf­ten und sogar Ehen her­vor­ge­bracht. Lan­ge Zeit war es üblich, dass grö­ße­re IRC-Chan­nel  regel­mä­ßi­ge Chan­nel­tref­fen ver­an­stal­tet haben. For­men der Kol­la­bo­ra­ti­on fin­det man bis heu­te, also fast 30 Jah­re nach der Ent­ste­hung des IRC, vor allem in Selbst­hil­fe- und Sup­port­chan­neln zu ver­schie­dens­ten The­men. „User-gene­ra­ted Con­tent” ent­steht bei­spiels­wei­se in Rol­len­spiel-Chan­neln oder auch in Chan­neln, die mode­rier­te The­men­chats anbie­ten und die­se auf­zeich­nen. Von vie­len bedeu­ten­den Ereig­nis­sen wie dem Sturz Gor­bat­schows oder dem Anschlag auf das World Tra­de Cen­ter exis­tie­ren bis heu­te IRC-Logs. Ich selbst habe die Ereig­nis­se am 11.9.2001 nicht im Web, son­dern vor allem im IRC ver­folgt und dabei vie­le Din­ge frü­her erfah­ren als man­che Nach­rich­ten­agen­tur. Das IRC wur­de dar­über hin­aus auch schon als Tausch­bör­se ver­wen­det. Lan­ge bevor P2P-Net­ze ent­stan­den sind, die immer als eines der Para­de­bei­spie­le für das „Web 2.0” benannt wer­den, wur­den im IRC ähn­lich wie im noch älte­ren Use­net Datei­en zwi­schen den Usern aus­ge­tauscht. Das wur­de und wird vor allem durch soge­nann­te DCC-Ver­bin­dun­gen (Direct Cli­ent to Cli­ent) ermög­licht, bei denen die Daten nicht über den zwi­schen­ge­schal­te­ten IRC-Ser­ver ver­schickt wer­den müssen.

Auf beson­ders ein­drucks­vol­le Wei­se aber kann man sozia­le Gefü­ge, die im Netz lan­ge vor dem „Web 2.0” ent­stan­den sind, in einem ande­ren noch wesent­lich älte­ren Medi­um beob­ach­ten. Damit mei­ne ich text­ba­sier­te Online-Rol­len­spie­le, soge­nann­te MUDs. Die ers­ten MUDs waren bereits 1985 online. Das bekann­tes­te deut­sche MUD ist sicher­lich „Unitopia”, das seit 1993 exis­tiert, also auch schon fast 30 Jah­re. Dort habe ich vie­le Din­ge erlebt, die mich im Sin­ne eines sozia­len Gefü­ges mehr beein­druckt haben als alles, was mir bis­her in soge­nann­ten „Social Net­works” des „Web 2.0” begeg­net ist. Als bei­spiels­wei­se im Jahr 2000 eine Spie­le­rin plötz­lich starb, fuh­ren nicht nur etli­che Spie­ler zu ihrer Beer­di­gung. Im Spiel wur­de auch ein vir­tu­el­les Grab für die­se Spie­le­rin ange­legt, zu dem sich in der Zwi­schen­zeit noch eini­ge ande­re Grä­ber eben­falls ver­stor­be­ner Spie­ler gesellt haben. Die­se Grä­ber wer­den von Spie­lern lie­be­voll gepflegt, indem sie regel­mä­ßig mit Grab­leuch­ten, Blu­men oder ande­ren vir­tu­el­len Gegen­stän­den geschmückt wer­den. Die­se indi­vi­du­el­le Gestal­tung einer vir­tu­el­len Umge­bung ist in mei­nen Augen eben­falls „User-gene­ra­ted con­tent”. Eine sol­che sozia­le Ver­bun­den­heit in „Unitopia” sucht man im „Web 2.0” oft ver­geb­lich. Kol­la­bo­ra­ti­ve Ele­men­te schließ­lich stel­len sogar eine Kern­funk­ti­on von MUDs dar, da Spie­ler im Spiel kol­la­bo­rie­ren müs­sen, um Auf­ga­ben lösen zu können.

Nun mag man natür­lich ein­wen­den, dass die­sen Bei­spie­len die Mul­ti­me­di­a­li­tät des Web oder des „Web 2.0” fehlt. Dies ist nur teil­wei­se rich­tig, denn für das IRC gab es zumin­dest Voice-Imple­men­ta­tio­nen, die sich jedoch nicht durch­ge­setzt haben, da vie­le User die text­ba­sier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on bevor­zug­ten. Dar­über hin­aus konn­ten wie beschrie­ben auch Mul­ti­me­dia-Datei­en aus­ge­tauscht wer­den. Wie bereits erwähnt han­delt es sich bei die­sen Bei­spie­len nicht um web­ba­sier­te Anwen­dun­gen. Aber sowohl das IRC wie auch „Unitopia” waren schon sehr früh auch über Web­sei­ten erreichbar.

Aber auch direkt im Web gab es schon lan­ge vor der Prä­gung des Begriffs „Web 2.0” Diens­te, die zumin­dest Ele­men­te des­sen ent­hiel­ten, was heu­te das „Web 2.0” aus­macht. Web-Foren wie das Hei­se-Forum exis­tie­ren bei­spiels­wei­se seit Mit­te der neun­zi­ger Jah­re. Wiki­pe­dia als Para­de­bei­spiel des kol­la­bo­ra­ti­ven Zusam­men­ar­bei­tens im Web gibt es seit dem Jahr 2000, ers­te Ideen dazu ent­stan­den gar schon im Jahr 1993 im Use­net. Ich per­sön­lich wur­de wäh­rend des Stu­di­ums schon Mit­te der neun­zi­ger Jah­re mit ers­ten For­men des kol­la­bo­ra­ti­ven Ler­nens und Zusam­men­ar­bei­tens über das Web kon­fron­tiert und bin im Jahr 2000 der ers­ten „Com­mu­ni­ty” bei­getre­ten, die sich in sozia­ler Hin­sicht nicht viel von heu­ti­gen „Social Com­mu­nities” unter­schied. All die­se Kom­mu­ni­ka­ti­on- und Inter­ak­ti­ons­for­men boten schon lan­ge vor dem „Web 2.0” ein Hohes Maß an Inter­ak­ti­vi­tät und Ver­netzt­heit sowie Mög­lich­kei­ten zur Kol­la­bo­ra­ti­on und zur Erstel­lung von „User-gene­ra­ted Content”.

Für mich hat sich daher die Wahr­neh­mung des Web und des Inter­net seit 1994, als ich mei­ne ers­ten Schrit­te im Inter­net ging, nicht wesent­lich ver­än­dert. Ohne Fra­ge ist es rich­tig, dass sich die Din­ge mitt­ler­wei­le in gewis­ser Wei­se fort­ent­wi­ckelt haben. Wie oben bereits ange­deu­tet, sind desk­to­par­ti­ge Web­an­wen­dun­gen erst mög­lich, seit sich die not­wen­di­gen Tech­no­lo­gien ver­bess­sert haben. Auch die höhe­ren Band­brei­ten und Flat­rates ermög­li­chen eine Nut­zung des Inter­net, die vor­her nicht unmög­lich, aber deut­lich schwie­ri­ger war. Mei­ner Ansicht nach ist dadurch jedoch nichts neu­es ent­stan­den, was die Ver­si­ons­num­mer „Web 2.0” recht­fer­ti­gen wür­de. Ange­sichts des­sen und ange­sichts der Tat­sa­che, dass das „Web 2.0” auch lan­ge Zeit Pro­ble­me wie bei­spiel­wei­se man­geln­de Sicher­heits­kon­zep­te, man­geln­de Bar­rie­re­frei­heit oder man­geln­de Such­ma­schi­nen­taug­lich­keit auf­warf und teil­wei­se bis heu­te auf­wirft, deren aus­führ­li­che Behand­lung aber eines eige­nen Arti­kels bedürf­te, stel­le ich mir immer wie­der die Fra­ge, ob es nicht an der Zeit wäre, die „Seg­nun­gen” des „Web 2.0” ein wenig weni­ger zu fei­ern und dafür ein biss­chen mehr zu hin­ter­fra­gen. Das Inter­net bot uns vie­les von dem, was das „Web 2.0” angeb­lich an neu­em gebracht haben soll, schon sehr lan­ge und zudem noch auf eine Art und Wei­se, die ich wesent­lich span­nen­der fin­de als so man­ches, was mir das „Web 2.0” bie­ten kann. Und das gilt 2020 genau­so wie 2008, als die­ser Arti­kel entstand.

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Kurze URLs: Ein gefährlicher Segen?

Das ist ein über­ar­bei­te­ter Arti­kel aua dem Jahr 2008.

Einleitung

Im Zuge mei­ner ers­ten Erfah­run­gen mit Twit­ter habe ich mich 2008 ver­mehrt mit kur­zen URLs und den dahin­ter ste­hen­den Diens­ten befasst. Dar­aus ist einer mei­ner ers­ten Blog­ar­ti­kel ent­stan­den, in dem ich mich kri­tisch mit die­ser Tech­no­lo­gie aus­ein­an­der­set­ze. Die grund­sätz­li­chen Beden­ken sind bis heu­te gül­tig. Ich habe ledig­lich eini­ge Aus­sa­gen an die heu­ti­ge Zeit angepasst.

Es gibt ver­schie­de­ne Anbie­ter, die die Mög­lich­keit bie­ten, nor­ma­le, lan­ge URLs zu kür­zen und durch ein For­mat zu erset­zen, das unge­fähr so aus­sieht: http://anbieter/code. anbie­ter ist dabei die Domain des Anbie­ters des Ser­vices, und der code steht für den codier­ten URL der Web­site. Die­se Daten wer­den ver­knüpft mit dem rich­ti­gen URL in einer Daten­bank gespei­chert, so dass beim Auf­ruf des gekürz­ten URLs der rich­ti­ge URL auf­ge­ru­fen wer­den kann. Ins­be­son­de­re bei Micro­blog­sys­te­men wie Twit­ter sind kur­ze URLs sehr ver­brei­tet, da man bei die­sen Sys­te­men nur weni­ge Zei­chen zur Ver­fü­gung hat. 2008, als die­ser Arti­kel zum ers­ten Mal erschien, waren es 140 Zei­chen. Heu­te, im Jahr 2020, sind es 280. Im Lau­fe der Zeit ent­stan­den wei­te­re teils freie und ver­teil­te Micro­blog­sys­te­me, wie <a href=„https://gnu.io/social/”>GnuSocial</a> und <a href=„https://joinmastodon.org/”>Mastodon</a>, die noch mehr Zei­chen pro Bei­trag erlau­ben. Aber mehr als 500 Zei­chen sind es sel­ten. Da bie­tet es sich an, statt­des­sen auf eine Web­sei­te zu ver­wei­sen und dafür eine kur­ze URL zu verwenden.

Kurze URLs: Wo liegt das Problem?

So weit, so gut. Aber kur­ze URLs haben auch ihre Schat­ten­sei­ten. So fin­den Sie mitt­ler­wei­le auch rege Ver­wen­dung in Diens­ten, die kei­ne Zei­chen­be­gren­zung haben, oder gar auf nor­ma­len Web­sites. Das bringt gro­ße Nach­tei­le mit sich, die ich an die­ser Stel­le dis­ku­tie­ren möchte.

  • Was pas­siert, wenn einer der Anbie­ter sei­nen Dienst plötz­lich dicht­macht? Die Fol­ge wäre, dass mitt­ler­wei­le sicher­lich hun­dert­tau­sen­de oder mehr dar­über gene­rier­te und in Diens­ten wie Twit­ter oder gar auf nor­ma­len Web­sei­ten ver­wen­de­te URLs plötz­lich ins Nir­va­na wei­sen wür­den. Einen Vor­ge­schmack auf einen der­ar­ti­gen Super-GAU konn­te man bereits Ende 2008 bekom­men, als einer der Anbie­ter offen­bar eine Zeit lang kei­ne gül­ti­gen URLs pro­du­zie­ren konn­te. In die­sem Fall waren aber immer­hin die bereits gene­rier­ten URLs noch gül­tig. Unvor­stell­bar jedoch, wenn plötz­lich alle URLs eines Anbie­ters ungül­tig wären. Selbst ein tem­po­rä­rer Aus­fall der Daten­bank wäre höchst unan­ge­nehm, denn damit wür­den die meis­ten Infor­ma­tio­nen, die in Micro­blogs wie Twit­ter ver­öf­fent­licht wur­den, plötz­lich kom­plett wert­los. Schlim­mer noch: Alle Web­sites, die die­sen Dienst ver­wen­den, hät­ten nur noch Links, die ins Lee­re lau­fen würden.
  • Für den­je­ni­gen, der eine Web­site über einen kur­zen URL besucht, ist aber eine ande­re Gefahr noch viel grö­ßer. Man sieht näm­lich nicht, was hin­ter dem kur­zen URL steckt. Der rich­ti­ge URLs bleibt ihm ver­bor­gen, bis er den kur­zen URL und somit auch den rich­ti­gen URL auf­ge­ru­fen hat. Woher soll aber eine Besu­che­rin wis­sen, ob sie dem Pos­ter einer kur­zen URL oder der Web­site, die dahin­ter steckt, ver­trau­en kann? Auf der Web­site könn­te sich statt des ange­kün­dig­ten Inhalts Mal­wa­re oder auch ille­ga­ler Con­tent befin­den. Ohne Fra­ge, die Nut­zungs­be­din­gun­gen der Anbie­ter der Kurz-URLs schlie­ßen eine der­art schäd­li­che Nut­zung ihres in der Regel kos­ten­frei­en Diens­tes natür­lich unter Andro­hung von Sank­tio­nen aus, und sie sind bemüht, schäd­li­che URLs auch wie­der aus ihren Daten­ban­ken zu ent­fer­nen. Aber es ist davon aus­zu­ge­hen, dass das nicht in allen Fäl­len und auch nicht immer sofort gelingt. Wenn dann so ein schäd­li­cher URL auch nur weni­ge Stun­den gül­tig ist und von vie­len Men­schen auf­ge­ru­fen wird, kann er erheb­li­che Schä­den anrichten.
  • Last but not least kön­nen sich die­se kur­zen URLs auch nega­tiv auf die Off-Page-Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung einer Sei­te aus­wir­ken, wenn sie auf nor­ma­len Web­sei­ten ver­wen­det wer­den. Denn wenn eine kur­ze URL ver­wen­det wird, kön­nen Such­ma­schi­nen nicht mehr erken­nen, wel­che Web­site eigent­lich ver­linkt wur­de. Von sol­chen Ver­lin­kun­gen pro­fi­tiert der Besit­zer der ver­link­ten Web­site nicht so wie bei­nen direk­ten Link auf sei­ne Sei­te. Zwar erhält auch er einen Link durch den Anbie­ter, aber der ist nir­gends direkt abruf­bar, so dass Such­ma­schi­nen ihn nicht fin­den kön­nen. Aber selbst wenn die­se Links von Such­ma­schi­nen gefun­den wür­den, wür­de der ursprüng­li­che Kon­text, in dem sie gesetzt wur­den, ver­lo­ren gehen. Ins­be­son­de­re der Kon­text einer Ver­lin­kung ist jedoch ein Kri­te­ri­um, das aus der SEO-Per­spek­ti­ve eine gro­ße Rol­le spielt. Das gilt übri­gens auch für Micro­blogs, die eben­falls von Such­ma­schi­nen erfaßt werden.

Was folgt daraus?

Ange­sichts die­ser Pro­ble­me soll­te man mit dem Ein­satz von kur­zen URLs ins­be­son­de­re auf Web­sites, aber auch in Diens­ten wie Twit­ter vor­sich­tig sein und eine kur­ze URL nur dann wäh­len, wenn der Platz wirk­lich nicht aus­reicht. User soll­ten kur­ze URLs nur ankli­cken, wenn sie dem Pos­ter einer kur­zen URL wirk­lich ver­trau­en. Beim Blog­gen soll­ten Sie auf kur­ze URLs mög­lichst kom­plett ver­zich­ten. In der Regel ist das pro­blem­los möglich.

ClassicPress

Ich biete jetzt auch ClassicPress an!

Wor­d­Press geht seit der Ver­si­on 5.0 mit dem Pro­jekt Guten­berg neue Wege, die nicht jedem gefal­len. Als ers­ter Schritt wur­de ein neu­er Edi­tor ein­ge­führt, der aus mei­ner Sicht gra­de für Anfän­ger sehr viel kom­pli­zier­ter ist. Wei­te­re tief­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen fol­gen. So soll Wor­d­Press in wei­ten Tei­len auf Java­Script umge­stellt wer­den, was die Last und auch Sicher­heits­ri­si­ken wei­test­ge­hend vom Ser­ver auf die Rech­ner der Besu­cher ver­la­gert. Das ist eine Ent­wick­lung, die ich eben­falls nicht gut­hei­ßen kann.

Es gibt jedoch eine mitt­ler­wei­le sta­bi­le Alter­na­ti­ve zu Wor­d­Press. Das Pro­jekt nennt sich Clas­sicPress und hat sich zum Ziel gesetzt, Wor­d­Press in der Form, wie sie bis zur Ver­si­on 4.9.10 bestand, wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ich habe Clas­sicPress mitt­ler­wei­le getes­tet und hat­te kei­ne Pro­ble­me beim Umstieg, der bei einer bestehen­den Wor­d­Press-Sei­te ganz ein­fach über ein Plugin funk­tio­niert. Bis­her sind mir auch kei­ne Pro­ble­me mit Plugins oder The­mes bekannt. Wer also das „alte” Wor­d­Press in einer sta­bi­len, mit regel­mä­ßi­gen Updates ver­se­he­nen Ver­si­on wei­ter nut­zen will, dem bie­te ich ger­ne an, mit Clas­sicPress zu arbeiten.

Ein paar Ein­schrän­kun­gen kön­nen auf lan­ge Sicht natür­lich auf­tre­ten. Es mag sein, dass eini­ge Plugins wegen der Wei­ter­ent­wick­lung von Guten­berg umge­schrie­ben wer­den müs­sen und dann auf Clas­sicPress nicht oder nicht mehr rich­tig funk­tio­nie­ren. In die­sem Fall muss man sich nach Alter­na­ti­ven umse­hen. Ich hal­te die­ses Pro­blem jedoch für lös­bar, weil bei Plugins oft vie­le Wege nach Rom füh­ren, das heißt es meist einen Ersatz für einem Plugin gibt. 

Ich per­sön­lich wer­de zumin­dest eini­ge Blogs mit Wor­d­Press wei­ter­be­trei­ben, um auf bei­den Sys­te­men auf dem Lau­fen­den zu blei­ben. Ata­ri-Frosch hat der­weil einen Erfah­rungs­be­richt mit Clas­sicPress auf einem Pro­duk­tiv­sys­tem geschrie­ben, der eben­falls sehr posi­tiv ausfällt.

WordPress

Der Monat der WordPress-Gesundheit

Auch wenn es den meis­ten Wor­d­Press-Usern nicht bewusst zu sein scheint: Vie­le Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen sind sehr krank und meis­tens sogar hoch­gra­dig ansteckend!

Wie bit­te? Ein Wor­d­Press kann doch nicht krank wer­den!” wer­den Sie jetzt viel­leicht den­ken. Doch, kann es. Es gibt immer mehr mit Schad­soft­ware infi­zier­te Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen. Meist geschieht die Infek­ti­on, ohne dass die Besit­zer der Web­site es bemer­ken. Die­se Schad­soft­ware wird dann dazu ver­wen­det, ande­re Web­sites anzu­grei­fen, Spam zu ver­schi­cken, die betrof­fe­ne Web­site zu einer Phi­sing-Site zu machen oder wie­der­um Schad­soft­ware zum Down­load anzubieten.

In den meis­ten Fäl­len wer­den Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen krank, weil die Inha­ber sie nicht rich­tig pfle­gen. Dann gelingt es Angrei­fern, über Sicher­heits­lü­cken in nicht auf dem neu­es­ten Stand gehal­te­ne Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen ein­zu­drin­gen und Schad­soft­ware ein­zu­schleu­sen. Dabei fin­den sich die Lücken in ver­al­te­ten Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen selbst, aber vor allem auch in nicht aktu­el­len Plugins und – sel­te­ner – Themes. 

Die Fol­gen kön­nen für die betrof­fe­nen Wor­d­Press-Betrei­ber sehr unan­ge­nehm sein. Spam kann zu Abmah­nun­gen füh­ren, das unge­woll­te Betrei­ben einer Phis­hing-Site unter Umstän­den sogar zu straf­recht­li­cher Ver­fol­gung, um nur zwei Bei­spie­le zu nen­nen. Und natür­lich droht eine Sper­rung der betrof­fe­nen Web­hos­ting-Accounts durch den Pro­vi­der, was ins­be­son­de­re bei geschäft­li­chen Sei­ten oder Shops auch finan­zi­el­le Ein­bu­ßen mit sich brin­gen kann.

Um das Bewusst­sein für die Wich­tig­keit einer gesun­den und gut gepfleg­ten Wor­d­Press-Instal­la­ti­on zu wecken, erklä­re ich den April zum Monat der Wor­d­Press-Gesund­heit und mache Ihnen ein beson­de­res Ange­bot. Wenn Sie wis­sen wol­len, ob Ihr Wor­d­Press gesund ist oder viel­leicht doch schon unter einer schlim­men Krank­heit lei­det, bie­te ich Ihnen bis zum 30. 4. 2014 eine Unter­su­chung Ihres Blogs auf Schad­soft­ware für nur € 10,00 pro Wor­d­Press-Instal­la­ti­on an. Sie bekom­men von mir einen aus­führ­li­chen Dia­gno­se­be­richt, der beinhal­tet, ob ihr Wor­d­Press krank ist und mit wel­chen bös­ar­ti­gen Schäd­lin­gen es unter Umstän­den infi­ziert ist. Dar­über hin­aus gebe ich Ihnen für den Fall, dass Ihr Wor­d­Press krank ist, eine aus­führ­li­che Behand­lungs­emp­feh­lung. Auf Wunsch über­neh­me ich auch die Behand­lung eines erkrank­ten Wor­d­Press. Die­se ist jedoch nicht im Preis von € 10,00 enthalten. 

Wenn Sie Inter­es­se an einer Unter­su­chung des Gesund­heits­zu­stan­des Ihres Wor­d­Press haben, so neh­men Sie mit mir Kon­takt auf. Wäh­len Sie als Anlie­gen bit­te „Monat der WordPress-Gesundheit”.

WordPress

wordpress.com plant, ab 1. 6. Gebühren pro Artikel und Kommentar zu erheben. Ihr Feedback ist gefragt!

Noch ist es nicht offi­zi­ell. Aber Matt Mul­len­weg, der Begrün­der der Blog­soft­ware Wor­d­Press und CEO von Auto­mat­tic, der Fir­ma, die Wor­d­Press her­aus­bringt, hat eini­ge Wor­d­Press-Blog­ger gebe­ten, ein­mal vor­zu­füh­len, wie die Plä­ne bei den Usern ankom­men. Daher habe ich die Ehre bekannt­zu­ge­ben, dass Auto­mat­tic plant, ab 1. 6. 2014, also in zwei Mona­ten, alle wordpress.com-Accounts kos­ten­pflich­tig zu machen. Das gilt sowohl für danach neu ange­leg­te, wie auch für zu die­sem Zeit­punkt bereits bestehen­de Accounts. Con­ti­nue rea­ding „wordpress.com plant, ab 1. 6. Gebüh­ren pro Arti­kel und Kom­men­tar zu erhe­ben. Ihr Feed­back ist gefragt!”

Social Media

Social Media und Unternehmen: Was fast alle falsch machen

Im Rah­men einer Dis­kus­si­on kam ich heu­te dar­auf, dass in Bezug auf Social Media sehr oft gesagt wird, Enga­ge­ment sei ein wich­ti­ger Fak­tor für den Unter­neh­mens­er­folg. Gedacht wird dabei natür­lich an Enga­ge­ment, das online statt­fin­det. Bei­spie­le dafür sind etwa Kom­men­ta­re und Likes auf Face­book, Kom­men­tie­ren im Blog oder Ret­wee­ten von Tweets. 

Dabei wird jedoch mehr und mehr ver­ges­sen, dass Enga­ge­ment auch off­line statt­fin­den kann und dass es die­ses Enga­ge­ment sogar schon Jah­re und Jahr­zehn­te vor dem Auf­kom­men von Social Media off­line gege­ben hat. Con­ti­nue rea­ding „Social Media und Unter­neh­men: Was fast alle falsch machen”

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Stan­dard­mä­ßig ver­sieht Wor­d­Press Web­sites von Kom­men­ta­to­ren, die mit ihrem Namen im Kom­men­tar ver­linkt wer­den, mit dem Attri­but nofol­low. Das ver­hin­dert, dass Such­ma­schi­nen dem Link fol­gen. Der Grund dafür ist, dass man­che Kom­men­ta­to­ren und auch Spam­mer ver­su­chen, über Mas­sen­kom­men­tie­run­gen in Blogs ein­ge­hen­de Links zu bekom­men. Es gibt zwar Plugins und Funk­tio­nen für die functions.php, die das Attri­but nofol­low ganz raus­lö­schen und die Links damit in soge­nann­te dofol­low-Links umwan­deln. Aber dadurch ver­lie­ren Sie unter Umstän­den auch etwas die Kon­trol­le und geben, wenn Sie nicht auf­pas­sen, Kom­men­ta­to­ren mit zwei­fel­haf­ten Web­sites gleich einen ein­ge­hen­den Link. Con­ti­nue rea­ding „Kom­men­ta­re mit nofol­low oder dofol­low?”

WordPress

Vor dem Update auf WordPress 3.5: Links und Blogrolls sichern!

Wor­d­Press 3.5 steht vor der Tür. Noch befin­det sich die Ver­si­on im Beta-Sta­di­um. Aber schon jetzt ist eine wich­ti­ge Ände­rung bekannt gewor­den, die Sie bei einem Update unbe­dingt berück­sich­ti­gen soll­ten, weil sonst zumin­dest lang­fris­tig eine wich­ti­ge Sek­ti­on in Ihrem Blog ver­lo­ren­ge­hen könn­te. Con­ti­nue rea­ding „Vor dem Update auf Wor­d­Press 3.5: Links und Blog­rolls sichern!”

Smileys

Sind Smileys beim Bloggen angebracht?

Heu­te wird der Ur-Smi­ley 🙂 30 Jah­re alt. Er wur­de damals von einem frus­trier­ten User ein­ge­führt, um nicht ganz so ernst gemein­te Bei­trä­ge in einem Forum kennt­lich machen zu kön­nen, weil es immer wie­der zu Miss­ver­ständ­nis­sen auf­grund feh­len­der Hin­wei­se auf die Kon­no­ta­ti­on eines Bei­trags kam. Mitt­ler­wei­le haben noch vie­le wei­te­re Smi­leys, auch Emo­ti­cons genannt, Ein­zug in die Online-Welt gehal­ten. Nahe­zu für jede Emo­ti­on gibt es ein ent­spre­chen­des Emo­ti­con. Die durch Satz­zei­chen dar­ge­stell­ten Emo­ti­cons wur­den im Lau­fe der Zeit von Emo­ti­ons­be­kun­dun­gen ergänzt, die in Stern­chen gesetzt wer­den, bei­spiels­wei­se *heul* oder *lächel*. In vie­len Berei­chen des Net­zes sind Emo­ti­cons heu­te nicht mehr weg­zu­den­ken. Auch in Blogs fin­det man sie immer wie­der. Aber gehö­ren Sie dort auch hin? Ist es nicht ein Zei­chen man­geln­der Serio­si­tät, in einem Blog­ar­ti­kel Smi­leys zu ver­wen­den? Con­ti­nue rea­ding „Sind Smi­leys beim Blog­gen ange­bracht?”